GeschlechterStudien
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Schmerzforschung

Sind Männer schmerzbelastbarer als Frauen?

 

Kernaussagen dieses Kapitels:

Männer sind schmerzbelastbarer als Frauen. Frauen klagen schneller über „unerträgliche Schmerzen“ und geben schneller bei Tätigkeiten auf, die Schmerzen verursachen, während Männer bei gleich starkem Schmerzreiz sagen, der Schmerz lässt sich noch gut aushalten und weitermachen.

Männer sind bezüglich der Schmerzbelastbarkeit robuster konstruiert, sowohl auf körperlicher Ebene (Verteilung der Schmerzrezeptoren, bestimmte Proteine und Botenstoffe, Hormon Testosteron) als auch auf geistig-psychischer Ebene (Schmerzverarbeitungsmechanismen im Gehirn).

Die Schmerzforschung widerlegt den feministisch motivierten Meinungstrend, der behauptet, Männer seien besonders empfindlich und wehleidig.

Die Schmerzforschung bestätigt die traditionellen Erfahrungswerte, die besagen, dass Männer das schmerzbelastbare Geschlecht sind (weshalb Wehleidigkeit als unmännlich gilt) und dass Frauen das schmerzempfindliche Geschlecht sind (weshalb Wehleidigkeit nicht als unweiblich gilt).

 

 

Schmerzforschung ist eine wissenschaftliche Disziplin

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen seit etlichen Jahren weltweit an unterschiedlichen Universitäten und Institutionen und führen Experimente und Studien zum Thema Schmerz durch. Ziel ist es, mehr über das Phänomen Schmerz zu erfahren und in der Schmerztherapie gezielter und effektiver therapieren zu können.

In Bezug auf die Geschlechter untersucht die Schmerzforschung die unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit und Schmerzbelastbarkeit bei Männern und Frauen, letztendlich auch, um Schmerztherapie geschlechterspezifisch besser anzupassen.

 

Experimente in der Schmerzforschung

In Bezug auf die Geschlechter, geben die Experimente der Schmerzforschung Aufschluss über deren unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit. Dabei werden die Schmerzrezeptoren mit unterschiedlichen Schmerzimpulsen gereizt, zum Beispiel:

- Hitze (z. B. heiße Herdplatte)

- Kälte (z. B. Eiswasser)

- Druck (z. B. punktueller Druck, etwa im Nackenbereich)

- Elektrizität (schmerzhafter Reizstrom)

 

Ergebnisse der Schmerzforschung

Die Ergebnisse der modernen Schmerzforschung zeigen, dass Frauen bei sämtlichen Schmerzarten tendenziell wesentlich schmerzempfindlicher reagieren als Männer:

  1. Frauen klagen beim selben Schmerzreiz schneller darüber Schmerzen zu haben.
  2. Frauen klagen beim selben Schmerzreiz über eine höhere Schmerzintensität als Männer.
  3. Frauen beklagen denselben Schmerzreiz schneller als nicht mehr ertragbar.
  4. Frauen geben schneller auf bei Tätigkeiten, die mit Schmerzen verbunden sind.

Diese Ergebnisse gehen konform mit der Messung schmerzrelevanter Hirnströme.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern betragen bis zu 50%.

Frauen sind umso empfindlicher, je tiefer der Schmerz im Körperinneren lokalisiert ist.

Am größten sind die Unterschiede beim Druckschmerz.

 

Gründe für die männliche Schmerztoleranz

Der männliche Körper ist aufgrund der evolutionären Entwicklungsgeschichte darauf ausgerichtet, Belastungen standzuhalten, die mit starken Schmerzen verbunden sein können, die weit intensiver sind als beispielsweise der Geburtsschmerz.

Es lassen sich verschiedene körperliche als auch geistig-psychische Mechanismen nachweisen, die für männliche Schmerzbelastbarkeit verantwortlich sind:

Das Hormon Testosteron fördert die Schmerztoleranz.

Bestimmte Proteine und Botenstoffe als auch die Verteilung der Schmerzrezeptoren fördert bei Männern die Schmerzbelastbarkeit.

Männer verarbeiten Schmerzen im rationalen Bereich des Gehirns. Daher gehen sie mit Schmerz pragmatischer um. Das gewährleistet, dass Männer starke und lang anhaltende Schmerzen auch auf geistig-psychischer Ebene besser aushalten können.

Frauen verarbeiten Schmerzen im emotionalen Bereich des Gehirns. So verursachen Schmerzen eher Emotionen wie Angst und Stress. Im Gegensatz zu Männern reagieren Frauen unter Angst und Stress nachweislich mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit. Das klingt nach einem Teufelskreis, ist jedoch sinnvoll, denn diese erhöhte Empfindlichkeit fördert in Gefahrensituationen ein gesundes Flucht- und Vermeidungsverhalten, was die Sicherheit für die Frau und ihren Nachwuchs erhöht.

Für Männer ist genau das Gegenteil sinnvoll, damit sie in gefährlichen Situationen ihren Mann stehen und einstecken können (sog. "Nehmerqualitäten"), ohne allzu schnell zusammenzubrechen.

 

Schmerzforschung im Tierversuch

Im Tierversuch kommt die Schmerzforschung zum gleichen Ergebnis wie beim Menschen, sowohl in Bezug auf die Schmerzbelastbarkeit der Geschlechter als auch in Bezug auf die körperlichen Mechanismen, die zur Schmerzbelastbarkeit führen.

Das zeigt, dass Männlichkeit grundsätzlich mit erhöhter Schmerzbelastbarkeit einhergeht und nicht nur aufgrund der Erziehung bzw. Sozialisation.

 

FRAGEN

die immer wieder gestellt werden

 

Warum sagen manche Leute, dass Männer das schmerzempfindliche Geschlecht sind?

In jeder Kultur und in jeder Zeit haben die Menschen grundsätzlich die Erfahrung gemacht, dass Männer das schmerzbelastbare Geschlecht sind. Daher gilt auch heute Wehleidigkeit als unmännlich, jedoch nicht als unweiblich.

Im Zeitalter des Feminismus war es vielen Frauenrechtlern ein Dorn im Auge, dass Männer das starke Geschlecht sein sollen. Auch in Bezug auf die Schmerzbelastbarkeit. Um den Wunschgedanken zu stärken, Frauen seien in Wirklichkeit das starke Geschlecht, publizierte man die These, dass der Geburtsschmerz der stärkste Schmerz überhaupt ist, und dass ein Mann solche Schmerzen niemals überstehen könnte. Es wurde sogar behauptet, es gäbe Studien, die das beweisen. Außerdem gäbe es Untersuchungen, die zeigen, dass Männer viel schmerzempfindlicher konstruiert seien als Frauen. Mittlerweile weiß man, dass diese vermeintlichen Studien frei erfunden sind.

Noch heute wird die These von der schmerzresistenten Frau gerne publiziert, da sie von vielen als gleichberechtigt empfunden wird und in den Medien immer wieder als gern gelesene Sensationsmeldung gilt.

Letztendlich bestätigt die moderne medizinische Schmerzforschung die traditionellen Erfahrungswerte, nach denen Schmerzunempfindlichkeit als typisch männlich gilt.

 

Gibt es nicht auch besonders wehleidige Männer?

Natürlich gibt es immer Ausnahmen, also besonders empfindliche Männer als auch Frauen, die für weibliche Verhältnisse eine hohe Schmerztoleranz besitzen.

Da es sich um Ausnahmen handelt, gelten empfindliche Männer als unmännlich. Ebenso werden besonders robuste Frauen häufig als „Mannweiber“ bezeichnet.

Da Ausnahmen immer etwas Besonderes sind, fallen sie uns auch besonders auf. So etwas kann dazu führen, dass wir einen klagenden Mann als besonders wehleidig („unmännlich“) empfinden, eine Frau jedoch, die genauso klagt als „normal“ betrachten.

 
 
QUELLENHINWEISE:
 
(1) Interview Professor Lautenbacher:
 
(2) Bezug auf weitere Schmerzstudien:
Differenzierte Schmerzstudien die (wie alle anderen auch) zu o.g. Ergebnissen geführt haben finden Sie unter:
National Institutes of Health, Gender and Pain, April 1998
Dr. Roger B. Fillingim, Ph.D., Department of Psychology, School of Social & Behavioral Science, University of Alabama, Birmingham, Alabama
William Maixner, D.D.S., Ph.D., Department of Endodontics, School of Dentistry, University of North Carolina, Chapel Hill, North Carolina
 
Links zum Thema:
http://www.sciencedaily.com/releases/2005/07/050705004113.htm
 
(3) Schmerztests im Tierversuch:
 
 
 

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