GeschlechterStudien
1.1 Schmerzforschung
1.2 Geburtsschmerz
1.3 Krankheit
2.0 Lebenserwartung
3.0 Suizidalität
4.0 Y-Chromosom
5.0 Multitasking
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Suizidalität
 
 
 

Kernaussagen dieses Kapitels:

In den Medien stoßen wir häufig auf die Behauptung, dass Männer sich häufiger suizidieren als Frauen, weil sie psychisch schwächer sind und/oder sich nicht trauen über ihre Probleme zu sprechen. Aufgrund dieser Schwächen seien Männer anfälliger für Suizidalität.

Vergleicht man die Häufigkeit männlicher und weiblicher Suizidversuche, stellt man fest, dass Frauen deutlich häufiger versuchen, sich das Leben zu nehmen.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht darin, dass Frauen eher zu den sogenannten „weichen Suizidmethoden“ (z. B. Schlaftabletten) neigen, die als relativ sicher und schmerzarm gelten, in der Praxis jedoch häufiger fehlschlagen, als die sogenannten „harten Methoden“ (z. B. springen, erhängen), die von Männern bevorzugt werden.

 

„Emanzipierte Berichterstattung“

Wenn ein Mensch sich das Leben nimmt, ist das schlimm genug. Richtig makaber wird es, wenn ein solcher Umstand genutzt wird, um sich mal wieder ins emanzipierte Licht zu rücken. Das passiert regelmäßig, wenn es sich um einen Mann handelt, der sich selbst getötet hat.

„Männer sind nicht lebensfähig“ lesen wir dann in den Medien. Von „männlichen Konstruktionsschwächen“ ist die Rede und „Männer sind zu feige um über Probleme zu sprechen“, „Männer sind genetisch verkorkst und minderwertig“ und überhaupt sind sie das „schwache Geschlecht“.

Diese Art der „Berichterstattung“ wird gemeinhin nicht nur toleriert, sondern auch für gut und emanzipiert empfunden. Man stelle sich den Skandal vor, würde eine Zeitung in diesem Ton über Frauen schreiben.

 

Ist Lebensüberdrüssigkeit typisch männlich?

Stets beruht man sich beim herunterbeten der männerdiskriminierenden Meinungsmache auf die Statistik. Tatsächlich zeigt diese, dass die meisten Suizide auf das Konto der Männer gehen. Doch ist damit bewiesen, das Männer lebensunfähig sind?

Wer genau hinschaut, stellt fest, dass es die Frauen sind, die wesentlich häufiger versuchen sich das Leben zu nehmen. Dabei bedienen sie sich meist der sogenannten „weichen Suizidmethoden“, beispielsweise der Einnahme einer Überdosis an Schlaftabletten. Diese Methode gilt als relativ sicher und schmerzarm, schlägt in der Realität jedoch häufig fehl, da entweder die Dosis zu niedrig ist um tödlich zu sein, oder zu hoch, so dass die Tabletten wieder erbrochen werden.

Männer versuchen zwar seltener, sich das Leben zu nehmen, greifen jedoch öfter als Frauen zu den sogenannten „harten Suizidmethoden“ wie beispielsweise Erhängen, von einer Brücke oder vor den Zug springen. Diese Methoden brauchen aufgrund ihrer Brutalität viel Überwindung, enden aber mit größerer Wahrscheinlichkeit tödlich.

Unter diesen Gesichtspunkten laufen die männerdiskriminierenden Äußerungen über die „lebensunfähigen Männer, die an Konstruktionsschwächen, Feigheit, genetischer Minderwertigkeit und psychischer Schwäche leiden“ ins Leere.

 

 

 

 

Gesundheitsprogramm „Health for All by the Year 2000; HFA 2000“

Schmidtke et al., 1996 / 2002

WHO 2000

Epidemiologie von Suizid und Suizidversuch[1]

Bettina Weinacker, Armin Schmidtke & Cordula Löhr

 

 

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