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Intuition

Männliche Intuition - Weibliche Intuition


 

Kernaussagen dieses Kapitels:

Nach einem populären Meinungstrend haben Männer in Bezug auf Intuition ein Brett vor dem Kopf. Gern wird behauptet, dass sie im Gegensatz zu Frauen nur schwer erkennen können, was in ihrem Gegenüber vorgeht. So seien sie beispielsweise kaum in der Lage, ihren raffinierten Ehefrauen auf die Schliche zu kommen, wenn diese ihnen fremdgehen, während Frauen scheinbar magische Antennen haben, mit denen sie einen männlichen Seitensprung förmlich riechen. Dieser Meinungstrend klingt zwar sehr emanzipiert ist aber falsch.

Männer sind besser in der Lage, ein echtes von einem falschen Lächeln zu unterscheiden – selbst wenn sie sich dem Klischee entsprechend in dieser Fähigkeit weniger gut einschätzen als Frauen.

Der Sherlok Holmes im Manne: Männer finden häufiger heraus, wenn ihre Frauen ihnen fremdgehen, als umgekehrt.




Was bedeutet Intuition?
 
Im Volksmund wird Intuition auch als die Fähigkeit beschrieben etwas aus dem Bauch heraus zu entscheiden.
 
Wissenschaftlich betrachtet greifen intuitive Entscheidungen auf eine Vielzahl unbewusster Informationen zurück, die dem Verstand in dieser Fülle nicht zugänglich sind.
 
Ohne Intuition wäre Kreativität, z. B. Kunst oder Erfindungen, nicht möglich.
 


Besitzen Frauen mehr Intuition als Männer?
 
In unserer Kultur gibt es das Klischee der sogenannten Weiblichen Intuition. Besonders im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen wird Frauen ein besonderes Talent zur Intuition zugeschrieben.
 
Insbesondere feministisch motivierte Autoren weisen gerne darauf hin, dass Frauen wesentlich besser in der Lage sind auf intuitive Weise Lügner zu entlarven oder aus der Mimik von Mitmenschen auf deren Gefühlsleben schließen zu können. Männer hingegen seien diesbezüglich Versager.



Männer erkennen ein unechtes Lächeln besser

Unter der Leitung des britischen Psychologieprofessors Richard Wiseman sorgte im Jahre 2005 eine wissenschaftliche Studie an 1500 Personen für Aufsehen. Die Studie sollte das Phänomen „weibliche Intuition“ untersuchen. (Richard Wiseman, Psychology Department, University of Hertfordshire, Hatfield)
 
Die Versuchspersonen bekamen Fotos von lächelnden Menschen gezeigt. Zum Teil war das Lächeln echt, zum Teil nur vorgetäuscht. Die Probanden sollten intuitiv erkennen, auf welchen Bildern das Lächeln echt bzw. unecht ist.
 
Zuvor wurden die Versuchspersonen nach ihrer Selbsteinschätzung gefragt. 77% der Frauen schätzten sich entsprechend dem gängigen Klischee als sehr intuitiv ein, hingegen jedoch nur 58% der Männer.
 
Es kam zu einem Ergebnis, das auch die Versuchsleiter nicht erwartet hatten:
 
Männer erkannten das falsche Lächeln in 76% der Fälle, Frauen hatten lediglich eine Trefferquote von 67%. Besonders leicht fiel es den Männern, das falsche Lächeln von Frauen zu durchschauen. Die weiblichen Teilnehmer taten sich hingegen besonders schwer ein männliches Lächeln als vorgetäuscht zu entlarven.

Interessant ist, dass das Ergebnis im Gegensatz zur Selbsteinschätzung der Männer und Frauen steht. Schließlich führt eine positive Selbsteinschätzung erfahrungsgemäß zu einem besseren Ergebnis, eine negative zu einem schlechteren.


 
Männer entdecken Seitensprünge häufiger
 
Eine weitere Studie stammt von der Virginia Commonwealth University (USA). Demnach entdecken Männer 75% der Seitensprünge ihrer Frauen. Frauen hingegen finden nur 41% der Seitensprünge ihrer Männer heraus. Das Ergebnis deckt sich mit dem aus der vorhergehenden Studie.
 
Diese Studien stehen im krassen Widerspruch zur Meinung der Autoren Pease ("Warum Männer nicht zuhören ..."), die der Welt mitgeteilt haben, dass Männer in Sachen Intuition und Lügner erkennen ein Brett vor dem Kopf haben, Frauen hingegen auf fast unheimliche Weise sofort jede Lüge entlarven.
 
In diesem Zusammenhang ist es nützlich darauf hinzuweisen, dass Allan und Barbara Pease Studien gefälscht haben, um die Männer unterm Strich ein wenig schlechter dastehen zu lassen.



Intuition und Evolution
 
Die Befürworter der Weiblichen Intuition zeichnen gerne das klischeehafte Bild von Steinzeitmännern, die ihre Zeit damit verbringen ins Lagerfeuer zu starren oder sich gegenseitig Keulen auf die Köpfe zu schlagen, während die Frauen pausenlos damit beschäftigt waren sich in ihre Mitmenschen einzufühlen. Würde diese Vorstellung der Wahrheit entsprechen, müssten Männer in Studien, wie den oben aufgeführten, tatsächlich extrem schlecht abschneiden.


Um zu verstehen, dass dieses klischeehafte Bild der Steinzeitmenschen unsinnig ist, braucht man sich lediglich vor Augen zu führen, dass ein Stamm, in dem es dermaßen zuginge, jedem anderem Stamm unterlegen wäre, in dem die Männer intuitiv nicht nur schnelle sondern auch richtige Entscheidungen treffen konnten.


Auch Kriege werden in erster Linie nicht durch dumpfes Draufhauen gewonnen, sondern durch Verhandlungsgeschick, Bündnisse, Kriegslist usw. Um hierbei erfolgreich zu sein, müssen Männer die Fähigkeit besitzen, sich in ihr Gegenüber hinein zu versetzen und fremde Absichten zu durchschauen. Das erfordert ein hohes Maß an Emotionaler Intelligenz und Intuition.


Dies ist ein möglicher Grund, warum Männer in den genannten Intuitions-Tests besser abschneiden als Frauen.

 


 

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