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Schnitt in den Finger

Bei meinen Recherchen stieß ich auf ein Internetforum, in dem die Teilnehmer das Thema „Schnitt in den Finger“ diskutierten. Zwischen allen möglichen Erfahrungsberichten befand sich der Beitrag einer Frau, die einen Vergleich anstellte zwischen dem typischen Verhalten von Mann und Frau bei einem Schnitt in den Finger.

Der Beitrag gliederte sich in zwei Teile:

Der erste Teil stellte eine humoristisch überzogene Fantasiedarstellung vom geschlechtertypischen Verhalten bei einem Schnitt in den Finger dar: Während die Frau die Wunde mit einem Pflaster versorgt und damit die Sache abhakt, bricht der Mann ein absolut unverhältnismäßiges Theater vom Zaun, stellt sich an wie ein Kleinkind und hampelt ziemlich wehleidig noch tagelang mit seiner Verletzung herum. Diese Prozedur beschreibt die Autorin mit allerlei überzogenen Ausschmückungen auf der Länge einer knappen Seite.

Der zweite Teil handelt von den tatsächlichen Erfahrungen, die unsere Autorin mit Männern gemacht hat, die sich in den Finger geschnitten haben. Diese Erfahrungen beschränken sich auf eine einzige Situation, in der sich der Ehemann der Autorin mit einem Teppichmesser in den Finger geschnitten hat. Diese tatsächliche Erfahrung beschreibt sie mit den Worten:

 "Einmal hat sich mein Mann mit dem Teppichmesser die Fingerkuppe abgeschnitten und einfach weiter gearbeitet."

Der logische Zusammenhang, zwischen den tatsächlichen Erfahrungen der Autorin und ihrer subjektiven Meinung bezüglich typisch männlicher Wehleidigkeit wird, gelinde ausgedrückt, nicht ganz deutlich.

Am Ende gesteht sie sogar ein, dass „Männer vielleicht doch nicht so wehleidig sind“. Man stellt sich natürlich die Frage, warum die Autorin die Männer trotz ihrer gegenteiligen Erfahrung zuvor als so wehleidig beschreibt.

 

Kommentar

Wir passen unsere Meinung gerne populären Vorurteilen an

In einer großangelegten Allenbach-Umfrage entsprach die Meinung der Befragten in den verschiedensten Bereichen spontan dem gängigen Meinungstrend. Beispielsweise beschrieben Frauen zunächst die absolute Mehrheit der Männer als wehleidig. Nach ihren tatsächlichen Erfahrungen befragt, stellte sich anschließend heraus, dass die Frauen lediglich eine Minderheit der Männer als wehleidig erlebt hatten, die Mehrheit der Männer jedoch als nicht-wehleidig.

Eine solche Ambivalenz (Zwiespalt) ist in der modernen Psychologie in vielen Bereichen bekannt: Einerseits wissen wir, dass Wehleidigkeit und Männlichkeit nicht zusammenpassen und empfinden Wehleidigkeit daher als unmännlich, anderseits behaupten wir, Männer seien besonders wehleidig, weil wir diese Meinung durch den gängigen Meinungstrend erlernt haben.

 

 

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