GeschlechterStudien
Frauenfeindlich?
TEST
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1.1 Schmerzforschung
1.2 Wahrnehmung
1.3 Geburtsschmerz
1.4 Krankheit
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Geburtsschmerz
- Schmerzbelastbar durch Geburtsschmerz? -
 
 
Für eilige Leser:
Die Kernaussagen der Kapitel finden Sie hier: TEST
 
 

Entgegen aller Gerüchte, die Feministen in die Welt setzen:

Kinder kriegen, Stöckelschuhe tragen, Epilieren: All das sind lediglich in den Augen einer zivilisierten Wohlstandsgesellschaft unerträgliche Strapazen. Der menschliche Körper kann weit mehr ertragen - und der männliche besonders.

Daher zeigen sämtliche Studien der modernen Schmerzforschung, dass Männer in jeder Hinsicht wesentlich schmerzbelastbarer sind.

 

Beweisen Experimente, dass kein Mann den Schmerz einer Geburt aushalten könnte?

 
Im Zeitalter des Feminismus wurden viele Vorurteile und Mythen erfunden, um den Mann als das schwächere Geschlecht darzustellen.
 
Regelmäßig wird zu diesem Thema das feministisch motivierte Vorurteil angeführt, dass Frauen besonders schmerzresistent seien, weil sie schließlich den Schmerz der Geburt aushalten müssen.
 
Es wurden zu Glanzzeiten des Feminismus sogar Experimente erfunden, aus denen angeblich hervorgeht, dass kein Mann den Schmerz einer Geburt aushalten könnte. Heute wissen wir, dass es solche Experimente nie gegeben hat.
 
Im Gegenteil: Die moderne Schmerzforschung beweist, dass Männer um einiges schmerzbelastbarer sind als Frauen und daher den Schmerz einer Geburt wesentlich besser aushalten könnten als Frauen.
(siehe Kap. Schmerzforschung)
 

 

Würden Männer nur per Kaiserschnitt bzw. unter Narkose entbinden?

 
Diese These ist Unsinn. Männer sind schmerzbelastbarer als Frauen, weil sie sich in der Entwicklungsgeschichte immer wieder schmerzhaftesten Extremsituationen ausgesetzt haben.
 
Tatsächlich sind es zunehmend Frauen, die per Kaiserschnitt bzw. unter Narkose entbinden, ebenso wie es die Frauen sind, die bei Schmerzen wesentlich schneller und häufiger als Männer zu Schmerzmitteln greifen, um die Schmerzen nicht aushalten zu müssen.
 
 
Warum beschreiben viele Frauen den Geburtsschmerz als unerträglich?
 
Frauen sind nachweislich besonders schmerzempfindlich. Im Experiment beklagen sie im Vergleich zu Männern den selben Schmerzreiz wesentlich schneller als nicht mehr ertragbar. Männer hingegen halten ohne zu klagen mehr Schmerzen aus und sie halten den selben Schmerzreiz länger aus.
 
Das Klagen vieler Frauen über den Geburtsschmerz hat also nicht zur Ursache, dass dieser so unerträglich ist, dass kein Mann ihn aushalten würde, sondern:
 
-   Frauen klagen aufgrund ihrer Empfindlichkeit vergleichsweise schnell über „unerträgliche“ Schmerzen.
-   Je empfindlicher eine Frau ist, umso eher hat sie das Gefühl, dass Schmerzen unerträglich sind.
-   Je mehr eine Frau durch übertriebene Berichte starke Geburtsschmerzen erwartet, umso stärker ist ihr subjektives Schmerzerleben.
 
Frauen sind also nicht nur besonders schmerzempfindlich, ihnen wird das Gebären durch übertriebene Vorurteile auch noch schwerer gemacht als es eigentlich sein müsste.
 
 
Wie schmerzhaft ist eine Geburt?
 
Im Gespräch mit modernen Hebammen lässt sich erfahren, dass sowohl was die Dauer der Geburt (Beginn der Zeitmessung, auch wenn der Geburtsvorgang noch gar nicht wirklich im Gange ist), als auch bezüglich der Schmerzen gerne übertrieben wird. Auch Roman- und Drehbuchautoren spielen hier gerne mit extremer Dramaturgie.
 
Die Erfolgsautorin Ildikó von Kürthy nimmt dieses Phänomen in ihrem Roman „Mondscheintarif“ nach eigenen Recherchen folgendermaßen aufs Korn:
 
Sie beschreibt recht anschaulich, wie „ihre“ Mutter um Anerkennung buhlt, indem sie auf jeder Familienfeier die Geburt ihrer Tochter von Mal zu Mal ein Stück dramatischer ausschmückt, bis schließlich eine Hebamme dieser künstlichen Dramaturgie mit der lakonischen Bemerkung ein Ende setzt, eine Geburt sei objektiv betrachtet lediglich so, als würde man den „größten Haufen seines Lebens scheißen – weiter nichts“ (Zitat: Mondscheintarif, Seite 121)
 
 
„Was Frauen krank macht“
 
Eine Kapazität auf diesem Gebiet ist Doktor Ingrid Olbricht, die sich als Chefärztin der Psychosomatischen Abteilung der Wicker-Klinik in Bad Wildungen intensiv mit dem Thema Geburtsschmerz befasst hat.
 
Doktor Ingrid Olbricht hat zu etlichen Themen wegweisende Bücher geschrieben. In ihrem Sachbuch „Was Frauen krank macht“ beschreibt sie das Problem wie folgt (Seite 179ff):
 
-   Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, der im Grunde nicht mit solch extremen Schmerzen behaftet ist, wie es gerne dargestellt wird. Besonders in zivilisierten Kulturen verliert die Geburt an Natürlichkeit und wird so seit vielen Generationen in unserem Bewusstsein mit der Vorstellung extremer Schmerzen behaftet.
-   Das Unterbewusstsein erwartet extreme Schmerzen und reagiert mit Angst.
-   Diese unbewusste Erwartungshaltung führt zu extrem verstärktem Schmerzempfinden. Die Gebärende verkrampft sich und steigert sich in das Schmerzerleben hinein.
-   Der Geburtsvorgang, der allenfalls mit leichten Schmerzen einhergegangen wäre, wird als extreme Grenzerfahrung erlebt.
 
Wem dieses Prinzip des extremen Schmerzerlebens unverständlich ist, der führe sich einfach einen Menschen mit Spritzenphobie vor Augen: Eine einfache Injektion, die im Grunde nicht mehr Schmerzen verursacht, als das harmlose Auszupfen eines Härchens, wird aufgrund unbewusster Angst als extrem schmerzhafte Grenzerfahrung erlebt, die bis zur Ohnmacht führen kann.
 
 
Ist der Mythos vom extremen Geburtsschmerz frauenfeindlich?
 
Es mag sein, das einige Frauen über diese „Verharmlosung“ (eigentlich: realistische Darstellung) des Geburtsschmerzes verärgert sind, weil sie sich unverstanden fühlen, da sie sich sicher sind, dass ihre Niederkunft wirklich extrem schmerzhaft war.
 
Nun soll hier keiner Frau das persönliche Schmerzerleben ausgeredet werden. Das wäre ein sinnloses Unterfangen. Eine Gebärende erlebt den Schmerz ebenso realistisch wie ein Spritzenphobiker den der Injektion.
 
Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass der Mythos vom extremen Geburtsschmerz tatsächlich dazu führt, dass sich unzählige Frauen unnötiger Weise bei der Geburt in ein allzu starkes subjektives Schmerzerleben hineinsteigern. Der einzige, der davon profitiert ist der Arzt, der die Narkose oder den Kaiserschnitt abrechnen kann.
 
Da der Mythos vom extremen Geburtsschmerz im Grunde frauenfeindlich ist, da er vielen Frauen unnötige Angst vor dem Gebären bereitet, kämpfen unzählige moderne Hebammen und auch Experten wie Doktor Ingrid Olbricht gegen solche Vorurteile und setzten sich für ein Verständnis der Natürlichkeit des Geburtsvorgangs ein.
 
 
Gibt es stärkere Schmerzen als den Geburtsschmerz?
 
Manche Menschen haben das Vorurteil erlernt, es gäbe keinen schlimmeren Schmerz als den Geburtsschmerz. Das ist falsch!
 
Es gibt viele Arten von Schmerzen, die nachweislich stärker und gleichzeitig langwieriger sind als der Geburtsschmerz. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Männer wesentlich schmerzbelastbarer sind als Frauen.
Wäre der Geburtsschmerz so extrem wie oft behauptet wird, wären Frauen zwangsläufig das schmerzbelastbarere Geschlecht. Tatsächlich waren es in der Entwicklungsgeschichte jedoch in aller Regel die Männer bei denen durch ständige Extremsituationen besondere Schmerzbelastbarkeit gefordert war.
 
Frauen die sagen, sie hätten noch nichts Schlimmeres als den Geburtsschmerz erlebt, haben im Leben tatsächlich noch keine starken Schmerzen gehabt. Das ist wahrscheinlich, da wir in einer Zeit leben, in der wir tatsächlich wesentlich weniger Schmerzen ausgesetzt sind, als in früheren Epochen.
 
Zwei Beispiele:
 
 
Ist ein Bandscheibenvorfall schmerzintensiver als eine Geburt?
 
Eine Frau berichtet:
„Die Geburten meiner drei Kinder habe ich zu Hause und ohne Hilfe von schmerzstillender Arznei erlebt. Sie waren sicher nicht einfach, allein schon, weil ich kein besonders gebärfreudiges Becken habe. Dennoch kann von extremen Schmerzen und extremer Belastung nicht die Rede sein. Als ich jedoch meinen Bandscheibenvorfall hatte, dachte ich, ich müsste sterben. Ich habe auf dem Sofa gelegen und geschrieen vor Schmerzen.“
 
Die Aussage dieser Frau ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Frauen in der Regel angeben, das intensivste Schmerzerleben bei der Geburt seien die Rückenschmerzen.
 
Da die schmerzempfindlichen Nervenbahnen bei einem schweren Bandscheibenvorfall direkt eingeklemmt und so unmittelbar extrem gereizt werden, sind sie in diesem Fall wesentlich stärker betroffen als bei der Geburt.
 
Aus diesem Grund ist der hier beschriebene Bandscheibenvorfall schmerzintensiver und langwieriger als der Geburtsschmerz. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass der Schmerz permanent da ist und nicht wie bei der Geburt immer wieder durch Erholungspausen zwischen den Wehen unterbrochen wird.
 
 
Gibt es Verletzungen, die schmerzintensiver sind als eine Geburt?
 
Immer wieder findet man in den Medien irrsinnige Vergleiche, die darstellen sollen, wie furchtbar Kinderkriegen ist. So soll Gebären beispielsweise Männern als schreckliche Tortur dargestellt werden, indem man ihnen erzählt, Gebären sei so, als wollte man eine Billardkugel durch die Harnröhre pressen.
 
Dieser Vergleich ist unsinnig. Auch eine Frau könnte keine Billardkugel durch ihre Harnröhre pressen! Würde man eine Harnröhre derart aufreißen, wären schmerzhafteste und gefährlichste Verletzungen die Folge, mit denen die vergleichsweise harmlose Verletzung eines Dammrisses nicht zu vergleichen ist.
 
Man muss bedenken, dass das Gewebe des Geburtskanals aus einer einzigartigen Struktur, nämlich dem sogenannten vielschichtigen Plattenepithel besteht. Vielschichtiges Plattenepithel ist das dehnbarste Gewebe im menschlichen Körper und kommt nur im Geburtskanal vor. Es ist extra fürs Kinderkriegen geschaffen und wird bei der Geburt nicht zerrissen, wie manch einer sich das vorzustellen scheint.
 
Statt dessen gibt es wesentlich schlimmere Verletzungen, die mit Schmerzen einhergehen, die wesentlich stärker sind, als die einer Geburt.
 
Eine Frau berichtet:
„Bei der Geburt meines Sohnes dachte ich, dass es keine schlimmeren Schmerzen geben könne. Später bin ich im Skiurlaub unglücklich mit dem Bein am Lift hängen geblieben. Das Hüftgelenk wurde dabei gewaltsam aus der Gelenkpfanne gedreht. Es zerriss mir Gelenkkapsel und Muskeln und meine Sehnen und Bänder rissen ab. Die Schmerzen waren so heftig, dass ich das Bewusstsein verlor. Erst als mir der Notarzt ein Schmerzmittel spritzte kam ich wieder zu mir.“
 
Solche Verletzungen sind typische Kompikationen bei Kampf und Jagd. In der Regel waren es die Männer, die trotz derart starker und langwieriger Schmerzen durchhalten mussten und gefordert waren, sich immer wieder solchen Situationen zu stellen.
 
Das zeigt sich heute an den Ergebnissen der modernen Schmerzforschung.
 
 
Darf man den Geburtsschmerz mit Folterschmerzen gleichsetzen?
 
Das unsinnige Gerücht des unübertreffbaren Geburtsschmerzes treibt die Fantasie vieler Mitmenschen zu ebenso unsinnigen Vergleichen. Allein in diversen Internetforen stößt man auf die Meinung, Frauen wären mit Sicherheit besser darin Folter zu überstehen als Männer, da Frauen schließlich auch den Geburtsschmerz aushalten müssten.
Hier wird Geburtsschmerz mit Folterschmerz verglichen. Das ist nicht nur unsinnig, sondern bereitet Frauen unnötige Angst vor dem Kinder kriegen.
 
Folter ist das furchtbarste, was Menschen einander antun können und es ist vollkommen unrealistisch, Folter mit Gebären auf eine Stufe zu stellen. Hier gibt es ganz dringend Aufklärungsbedarf!
Dass Folter in ganz andere Schmerzdimensionen vordringt als Kinderkriegen zeigt ein Beispiel anhand der Folter des Auspeitschens. Je nach Art der Peitsche und Stärke der Auspeitschung kann diese Form der Folter für immer furchtbare Spuren hinterlassen oder gar zum Tode führen.
 
Keine Frau sollte in der Angst leben müssen, dass Gebären mit echten Folterqualen gleichzusetzen ist. Das Folgende Beispiel ist erschreckend und grausam, soll aber zeigen, dass man Gebären und Folter keinesfalls auf eine Stufe stellen kann:
 
Folter im KZ:
 
Was im Gegensatz zum Geburtsschmerz tatsächlich unerträgliche Schmerzen sind, zeigt ein Bericht über die berüchtigte Frauen-KZ-Aufseherin Dorothea Binz, die am 2.Mai 1947 für ihre Gräueltaten gehenkt wurde. Authentischen Berichten zufolge, ließ Dorothea Binz die Frauen schon für geringfügige Vergehen durch Peitschenhiebe auf das nackte Gesäß bestrafen. Je nach Konstitution zum Zeitpunkt der Schläge konnten die Frauen kaum mehr als 20 Schläge überleben, zwei mal 25 Schläge waren mit Sicherheit tödlich.
Man muss bedenken, dass die Frauen durch Schläge auf das Gesäß keine inneren Verletzungen davongetragen haben, die zum Tode führten. Sie starben an den extremen Schmerzen der Auspeitschung. Extrem starke Schmerzen können nämlich zu einem lebensgefährlichen neurogenen Schock führen. Hält man sich vor Augen, dass Frauen auch im KZ unter ebenso miserablen Bedingungen und gleich schlechter Konstitution Kinder zur Welt gebracht haben, ohne an den Geburtsschmerzen zu sterben, leuchtet es ein, dass die Schmerzen einer Auspeitschung wesentlich intensiver sind.
 
An diesem Beispiel wird deutlich: Keine Frau braucht zu fürchten, bei der Geburt unerträgliche Folterqualen erleben zu müssen. Man kann Folter und Geburtsschmerz unmöglich auf eine Stufe stellen!
 
 
Sind Männer unter Folter belastbarer?
 
 
Dass man den Geburtsschmerz nicht mit Folterschmerzen gleichsetzen darf, wird besonders deutlich, wenn man berücksichtigt, dass Männer, die schließlich nicht gebären, dennoch unter Folter belastbarer sind.
Das Deutsche Strafgesetz 1794-1923 ist ein noch junges Beispiel für Rücksichtnahme auf die geringe weibliche Belastbarkeit. Da heiß es unter anderem: „Sie (Züchtigung durch die „bewährte Zuchtpeitsche“) soll bei Männern schwerer, bei der gegen Frauen etwas leichter sein.“ Und weiter: Wenn bei „schwächeren Personen, besonders bei solchen weiblichen Geschlechts“, die „Schläge auf den entblößten Rücken erfolgen“, ist „die zu bestrafende Person an die Wand zu stellen“. (2)
 
Tod durch extreme Folterschmerzen ist keine Seltenheit. Auf Frauen wird im hier genannten Fall mehr Rücksicht genommen, weil die Züchtigung als Strafe gedacht ist und nicht als Hinrichtung.
Würde das unsinnige Gerücht stimmen, dass der Geburtsschmerz so extrem ist, dass Männer daran sterben würden, so hätte man den Männern die mildere Strafe zugesprochen, denn sonst wäre kein Mann in der Lage gewesen, die wesentlich intensiveren Schmerzen einer Auspeitschung zu überleben.
 
 
 
 
Kann der Geburtsschmerz tödlich sein?
 
 
Gerade in vergangenen Zeitaltern war Gebären nicht immer ungefährlich, aber das war Jagen und Kämpfen auch nicht. Dass der Geburtsschmerz so extrem ist, dass teilweise Frauen sogar daran sterben, wie manch Unwissender behauptet, ist Unsinn. In den traurigen Fällen, in denen Frauen durch die Geburt eines Kindes sterben, liegen die Ursachen woanders.
 
 
Die häufigsten Todesursachen durch Gebären sind:
 
 
In Entwicklungsländern:
 
 
-   Schmerzfreie Blutungen über mehrere Tage, durch z. B. Placenta praevia (Mutterkuchen sitzt vor dem Muttermund)
-   Infektionen durch unsachgemäße Geburtshilfe
 
In Industrieländern:
 
-   Lungenembolie bzw. Thrombose (meist durch westliche Lebensführung mit Fehlernährung und Bewegungsmangel)
 
 
Wozu ist der Geburtsschmerz gut?
 
Wie die vorangegangenen Abschnitte gezeigt haben, fällt der Geburtsschmerz wesentlich erträglicher aus als manch andere Tortur, denn er soll weder Frau noch Kind gefährden, sondern dient vielmehr der Endorphinausschüttung (schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Hormone), die zum einen das Kind vor traumatischem Geburtserleben schützt, zum anderen bei der Frau nach der Entbindung Glücksgefühle auslöst, die die Mutter-Kind-Bindung stärken. Endorphine werden schon bei leichten Schmerz- und Belastungszuständen (z. B. Freizeitsport) in ausreichendem Maß ausgeschüttet. Man braucht dazu keine Folterqualen!
 
 
 
Macht Gebären Frauen belastbarer als Männer?
 
Ein Vorurteil besagt, Frauen seine körperlich und psychisch besonders belastbar, weil sie die Kinder kriegen müssen. Diese These beinhaltet natürlich, dass Gebären besondere körperliche und psychische Robustheit und Fitness voraussetzt. Der gesunde Menschenverstand zeigt, dass dieses Vorurteil unsinnig ist, denn:
 
-   Männer sind nachweislich sowohl körperlich als auch psychisch robuster als Frauen.
-   Selbst Frauen, die durch Bewegungsmangel, Fehlernährung und Rauchen körperlich so geschwächt sind, dass sie selbst unter einfachen sportlichen Übungen zusammenbrechen, können ohne Probleme Kinder kriegen.
-   Auch psychisch besonders labile Frauen können ohne Probleme Kinder kriegen.
 
Es gibt also keinen Zusammenhang zwischen Gebären und körperlicher bzw. psychischer Robustheit.
 
 
Sind Frauen durchs Gebären leistungsfähiger als Männer?
 
Es gibt die These, dass Frauen extreme „Geburtsarbeit“ leisten müssen, die kein Mann durchstehen könnte. Daher seien Frauen, was das aktive Anpacken betrifft, leistungsfähiger als Männer.
 
Zu diesem Unsinn sei nur angemerkt, dass selbst Frauen, die vom Hals an abwärts gelähmt sind, ohne fremde Hilfe ganz natürlich gebären können.
 
 
Macht Gebären Frauen risikofreudiger?
 
Ein Vorurteil besagt, Frauen seien grundsätzlich mutiger und somit risikofreudiger als Männer, denn sie trauen sich, das Risiko einer Schwangerschaft einzugehen.
 
Nun ist eine Schwangerschaft für die Frau in der Regel ein freudiges Ereignis und kein Umstand, der es nötig macht, Ängste zu überwinden.
 
Auch ist es hinreichend bewiesen, dass Männlichkeit grundsätzlich mit verstärkter Risikofreude und verminderter Angst einhergeht. Für Frauen wäre das unsinnig, da sie ein stärkeres Maß an Ängstlichkeit (Vermeidungsverhalten) benötigen, da sie sonst zu schnell ihren weniger robusten Körper und ihren (ungeborenen) Nachwuchs gefährden würden.
 
Hier greift das gleiche Prinzip (Vermeidungsverhalten) wie bei der Schmerzempfindlichkeit (siehe Kap. Schmerzforschung).
 
 
Würde kein Mann eine zweite Schwangerschaft durchstehen wollen?
 
Im Zeitalter des Feminismus wurde das Vorurteil erfunden, Männer seien so wehleidig, dass sie niemals die Belastungen einer zweiten Schwangerschaft in Kauf nehmen würden. Das ist ein unsinniges Vorurteil, denn:
 
-   Männer sind nicht nur in Bezug auf Schmerzen, sondern auch allgemein körperlich und psychisch belastbarer als Frauen.
-   Ursache dafür ist, dass sich Männer seit jeher häufiger und intensiver als Frauen starken Belastungen ausgesetzt haben – immer und immer wieder.
 
 
Werden Männer bei Entbindungen ohnmächtig?
 
Oft wird sich über Männer lustig gemacht, weil sie angeblich ständig bei Entbindungen in Ohnmacht fallen. Gerne wird das als Beweis angeführt, Männer seien nur geringfügig belastbar.
 
Sicher gibt es Männer, die bei Entbindungen in Ohnmacht fallen. Jede erfahrene Hebamme kann jedoch bestätigen: Das sind nur Ausnahmen!
 
Da ohnmächtig werden im Grunde untypisch für Männer und somit unmännlich ist, zieht so etwas natürlich die Aufmerksamkeit auf sich. Dazu lenkt das künstlich erzeugte Vorurteil die Aufmerksamkeit auf solche Ausnahmen. Daher werden solche Einzelfälle weitererzählt und so lange ausgeschmückt, bis es schließlich „die Männer“ sind, die „ständig“ in Ohnmacht fallen.
 
Eine Krankenschwester berichtet:
„Kürzlich hat sich mein Mann in den Finger geschnitten. Als ich das Blut sah, wurde mir sofort schwindelig und ich wurde ohnmächtig. Und das passiert mir als Krankenschwester, wo ich doch täglich mit Blut und Verletzungen zu tun habe!“
 
Diese Frau ist nicht in Ohnmacht gefallen, weil sie bezüglich Schnittverletzungen nicht belastbar ist, sondern weil es ihr eigner Partner war, der sich verletzt hat.
 

 

Schlussbemerkung

 
Zum Schluss sei noch einmal angemerkt, dass es nicht frauenfeindlich ist, die mittlerweile ziemlich verbreiteten Mythen und Vorurteile über das Gebären aus der Welt zu schaffen. Wahrheitsfindung und Aufklärung können nicht frauenfeindlich sein!
 
Vielmehr ist es frauenfeindlich, Frauen durch diese Mythen Angst vor dem Kinderkriegen zu machen, so dass sich immer mehr Frauen schon im Voraus grundlos für eine unnatürliche Geburt (z. b. Kaiserschnitt) entscheiden, um bloß nichts mitzukriegen. Das ist weder zum Wohle der Frau noch des Kindes.
 
 
 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 


Geschlechterstudien, Gender Studies

 

 

 

 

 
 

 

 

(5) Starker Geburtsschmerz entsteht durch Angst:

 

 

 
 

 

 

(4) Spritzenphobie:

 

 

 

 

 

(falls sich dieser Link aus unerklärlichen Gründen nicht öffnet, finden Sie dieselbe Info im letzten Link unter (2) im Kapitel Schmerzforschung)

 

 

http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDtheme=64&IDarticle=183&langue=D

 

 

(3) Angst verstärkt subjektives Schmerzempfinden:

 

 

 
 

 

 

2: Deutsches Strafgesetzbuch 1794-1923:

 

 

 
 

 

 

1: SS-Frau Dorothea Binz:

 

 

 

 

 

Quellenhinweise: