GeschlechterStudien
Frauenfeindlich?
TEST
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1.1 Schmerzforschung
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1.3 Geburtsschmerz
1.4 Krankheit
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2.0 Lebenserwartung
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4.0 Suizidalität
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6.0 Gehirn
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- Tatsache oder Meinungstrend? -
 
 
 
 
 
 
 
Für eilige Leser:
Die Kernaussagen der Kapitel finden Sie hier: TEST
 
 
Gehirn
 
 
 
 
 
Ist das weibliche Gehirn grundsätzlich besser vernetzt als das männliche?
 
Die These, das weibliche Gehirn sei besser vernetzt als das männliche, wurde durch eine Studie der kanadischen Neurowissenschaftlerin Sandra Witelson Mitte der 90er Jahre in die Welt gesetzt.

Diese These wurde mit großer Freude als Sensationsmeldung von den Medien aufgegriffen und findet auch heute noch Verbreitung.

Etliche falsche Rückschlüsse sind die Folge: Männer könnten nicht so vernetzt denken wie Frauen, das Zusammenspiel der Hirnhälften funktioniere so schlecht, dass Männer nur mit einer Hirnhälfte denken können, Männer seien nicht multitaskingfähig etc.

Tatsächlich handelt es sich bei den Ergebnissen von Sandra Witelson nur um statistische Durchschnittswerte.

Neuere Untersuchungen an der Universität Zürich zeigen , dass die Vernetzungsdichte nicht primär vom Geschlecht abhängig ist, sondern von der Größe des Gehirns.

 
Tatsache ist:
 
-         Das neuronale Netzwerk rückt bei Menschen mit kleinen Köpfen enger zusammen, da weniger Hirnvolumen vorhanden ist. Dadurch wirkt es "dichter" bzw. "dicker".
-    So haben Männer mit kleinen Köpfen beispielsweise ein „dichteres“ Netzwerk als Frauen mit großen Köpfen.
 
 
Mit gesundem Menschenverstand betrachtet
 
Würden die oben genannten Behauptungen stimmen, müssten große Frauen, die zwangsläufig auch große Köpfe haben, ebenso benachteiligt sein, wenn es um vernetztes Denken, Zusammenspiel der Hirnhälften oder Multitasking geht. Das ist natürlich Unsinn!
 
 
  

Sind Jungen dümmer als Mädchen?

 

Ob Kinder gut in der Schule sind, hängt maßgeblich davon ab, wie gut sie gefördert werden. Da Mädchen mittlerweile wesentlich intensiver gefördert werden, unter anderem durch einen weiblich orientierten Unterrichtsstil, aber auch andere Fördermaßnahmen, schneiden sie in der Schule im Durchschnitt besser ab.

 

Manch einer glaubt bei oberflächlicher Betrachtung, dies sei ein Indiz dafür, dass Jungen nicht so intelligent seien wie Mädchen.

 

Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass der Durchschnitts-IQ bei Jungen und Mädchen gleich hoch ist. Mädchen sind jedoch vermehrt im Durchschnitt vertreten, Jungen hingegen bei den Extremen:

Bei sehr hohen als auch bei sehr niedrigen IQ-Werten finden sich mehr Jungen.

 

Heute werden aus schulpolitischen Gründen schneller sehr(!) gute Noten „verschenkt“. Dadurch fallen die besonders intelligenten männlichen Schüler nicht mehr auf, weil sie mit vielen nicht so guten Schülerinnen gleichgemacht werden.

 

Lediglich die besonders schlechten männlichen Schüler fallen auf!

 

In der Arbeitswelt kann der überdurchschnittlich intelligente Mann dann wieder auftrumpfen, was dann wiederum den Vorwurf laut werden lässt, Frauen würden benachteiligt.

 

„Heute schließen Schüler und Studenten regelmäßig mit etlichen Einsern ab. Das hat es bei uns früher nicht gegeben – und wir waren nicht dümmer.“

Ein Lehrer

 

„Wenn ich heute Azubis einstelle, ist der Gymnasiast auf dem Niveau des Realschülers vor 20 Jahren und der Realschüler auf dem Niveau des Hauptschülers vor 20 Jahren.“

Ein Ausbilder

 

Ist ein erhöhtes Aggressionspotential grundsätzlich schlecht?

 

Männer besitzen ein höheres Aggressionspotential, weil das Hormon Testosteron sich entsprechend auf das Gehirn auswirkt.

 

Aggression kann man nutzen, um zum Amokläufer zu werden oder aber auch, um bei Gehaltsverhandlungen bzw. im Arbeitsalltag hartnäckiger aufzutreten und so erfolgreicher zu sein.

 

Ob ein Mensch seine Aggression konstruktiv oder destruktiv kanalisiert, hängt maßgeblich von der Erziehung ab. Ein Junge, der einen vernünftigen Vater und Lehrer als Vorbild zum Umgang mit Aggressionen hat, wird sich konstruktiv entwickeln und auch verantwortungsbewusst mit Gewaltspielen etc. umgehen.

 

Einer, der sich seine Vorbilder ausschließlich(!) in Comic und Kino suchen muss, wird eher diese Verhaltensmuster bevorzugen.

 

Interessant: Läuft ein Mann Amok, wird über das böse Testosteron geklagt, setzt ein Mann sich aufgrund seines konstruktiv kanalisieren Aggressionspotenzials im Berufsleben durch, wird über die Benachteiligung der Frau geklagt.

 

 

Werden Frauen beim Gehalt benachteiligt?

 

Zum Thema benachteiligte Frauen ein Kommentar zu einem Radiointerview:

 

In einem Radiointerview verkündet der Moderator: „Frauen werden beim Gehalt benachteiligt.“

Ein Mann vom statistischen Bundesamt erläutert die Ursachen:

 

  1. Frauen suchen sich häufiger Teilzeitjobs (auch Frauen ohne Kinder).
  2. Frauen suchen sich vermehrt Berufe mit niedrigem Gehalt.
  3. Frauen setzten sich in Gehaltsverhandlungen nicht so hartnäckig durch.

 

Es fällt auf, dass Frauen nicht benachteiligt werden, sondern sich selbst benachteiligen. Dennoch verkündet der Moderator am Ende dieses Interviews erneut seine Parole: „Frauen werden beim Gehalt benachteiligt.“ – So entstehen falsche Meinungstrends, durch die nicht nur Männer falsch dargestellt werden, sondern die letztendlich auch frauenfeindlich sind.

 

Sicherlich wäre es sinnvoller, Frauen das eigene Verhalten bei der Berufswahl zu spiegeln, anstatt sie regelmäßig als passive Wesen darzustellen, die einfach nur benachteiligt werden.

Nur Frauen, denen bewusst ist, dass sie selber Einfluß auf ihre Berufswahl und somit auf das Gehalt haben, werden selber aktiv, anstatt einfach dem Mann zuzurufen: "Tu doch was!"

 

 

Ein Krankenpfleger:

„Wenn man das Gehalt mit der Arbeitsleistung ins Verhältnis setzt, werden Männer in meinem Beruf schlechter bezahlt. Ich leiste grundsätzlich mindestens genau so gute Arbeit wie meine Kolleginnen, führe genau so einfühlsame Gespräche, hänge genau so viele Infusionen an, mache genau so viele Verbände – wenn jedoch ein Patient aggressiv entgleist (vor allem in der psychiatrischen Abteilung) rufen gerade die Frauen nach den Männern und stellen sich hinten an. Ebenso ist es, wenn ein Patient gestürzt ist und aufgehoben werden muss. Als Mann muss ich unterm Strich mehr leisten für das gleiche Gehalt.“

 

Ein Sportstudent:

„Für Männer ist es im Sportstudium Pflicht an den Ringen zu turnen. Frauen fehlt dafür in der Regel die Kraft. Daher bleiben ihnen diese Übungen erspart. Wenn ich als Mann genau so schwach bin wie eine Frau, darf ich nicht Sportlehrer werden. Auch in anderen Disziplinen brauchen Frauen für die gleiche Note weniger Leistung zu bringen.“

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Quellen:
 
Neuropsychologe Lutz Jäncke / Universität Zürich
Zeit Wissen 1 / 2007