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- piercing -

 

 

 

Sind männliche Brustwarzen empfindlicher?

In einem Internetforum vertrat ein Piercer die Meinung, dass Männer generell schmerzempfindlicher seien als Frauen, insbesondere an den Brustwarzen. Nun kommt die Schmerzforschung zu einem absolut gegenteiligen Ergebnis. Einer nimmt die Dinge hier nicht ganz objektiv wahr - entweder der Piercer oder die Wissenschaft.  Wie kommt es zu einer solchen Diskrepanz?

Ich befragte einen Piercer, der ebenfalls die Meinung vom schmerzempfindlichen Mann vertrat. Bei genauerer Hinterfragung stellte sich heraus, dass er im Grunde nur die Erfahrung gemacht hatte, dass Männer lediglich an den Brustwarzen empfindlicher seien als Frauen.

Bei noch genauerer HInterfragung stellte sich folgendes heraus: Da die Brustwarzen der Frau größer sind, reicht es vollkommen aus, wenn man der Frau das Piercing vorne durch die Warze sticht. Beim Mann würde ein solches Piercing schnell ausreißen. daher sticht man beim Mann durch den Vorhof und tief unter der Warze hindurch. Dabei werden wesentlich mehr Schmerzrezeptoren gereizt.

Daher kann man Brustwarzenpiercings bei Mann und Frau nicht miteinander vergleichen!

Ansonsten könnte man, grob übertrieben dargestellt, Männern mit dem Finger ins Auge pieksen und Frauen auf den Oberarm, um festzustellen, dass Männer empfindlicher reagieren.

Würde man Männer und Frauen im gleichen (gleich empfindlichen) Bereich der Brustwarze piercen, würden Frauen deutlich schmerzempfindlicher in Erscheinung treten.

 

 

 

Kommentar:

 

Eigentlich könnte jeder Piercer von selbst darauf kommen, dass man beim Brustwarzenpiercing nicht auf die allgemeine Schmerztoleranz der Geschlechter schließen kann.

Neben der Tatsache, dass wir aufgrund unserer subjektiven Wahrnehmung weibliche Schmerzäußerungen toleranter bewerten als männliche, bewirkt das populäre Vorurteil vom schmerzempfindlichen Mann, dass wir oftmals selbst Dinge als Beweis für männliche Schmerzempfindlichkeit sehen, die bei genauerem Hinsehen gar keine diesbezügliche Aussagekraft haben. Das tun wir in der Regel unbewusst, um uns unser Vorurteil zu bestätigen.

Die subjektive Wahrnehmung funktioniert hier zugunsten des gängigen Meinungstrends.



 

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