GeschlechterStudien
1.1 Schmerzforschung
1.2 Geburtsschmerz
1.3 Krankheit
2.0 Lebenserwartung
3.0 Suizidalität
4.0 Y-Chromosom
5.0 Multitasking
6.0 Intuition
-
Aus den Medien
-- einparken --
-- schmerz --
-- arzt --
-- erziehung --
-- kreuzigung --
-- zäher --
-- geschnitten --
-- epilieren --
-- tattoo --
-- piercing --
Impressum / Kontakt


Aus den Medien

- zäher -

 

 

 Frauen sind zäher als Männer

„Frauen sind zäher als Männer“ ist die publikumswirksame und natürlich balkendicke Überschrift zu einem Interview, das ich einmal in einer Tageszeitung las. Interessanterweise ging es bei diesem Interview gar nicht primär um das Thema Zähigkeit. Es wurden vielmehr ein Boxer und eine Boxerin ganz allgemein zu ihrem Sport befragt, welche Kämpfe noch bevorstehen, wie die Erfolgsaussichten sind, usw.

An einer Stelle sagt der Boxer: „Frauen sind zäher als Männer, denn sie erholen sich manchmal recht gut nach einem Kampf.“

Darauf der Reporter: „Dann könnten Sie beide (die Boxerin und der Boxer) doch mal gegeneinander boxen.“

Darauf die Boxerin: „Nein, ein Treffer von einem Mann würde mich ausknocken.“

 

Kommentar:

Es ist schon bemerkenswert, dass dieser kurze Dialog, der in einen längeren Bericht eingebettet ist, dessen Schwerpunkte ganz woanders liegen, zu einer Überschrift führt, die eigentlich darauf schließen lässt, dass es in dem Bericht darum geht, dass Frauen zäher sind als Männer.

Dem durchschnittlichen Leser ist das selbstverständlich egal. Er wird sich später lediglich erinnern: „Ich hab mal gelesen, dass Frauen zäher sind als Männer. Muss wohl was dran sein.“ So entstehen Meinungstrends. Zumal in diesem Fall zu bemerken ist, dass Studien zeigen, dass Menschen ca. 70% der Botschaft, die ein Artikel transportiert, aus der Überschrift ziehen.

Ist es denn tatsächlich so, dass man aus dem Artikel herauslesen kann, dass Frauen zäher sind als Männer, oder handelt es sich dabei lediglich um eine Wunschdeutung, die einen feministischen Meinungstrend bedienen soll?

Die Aussage der Boxerin, dass sie nicht gegen einen Mann boxt, weil sie schon nach dem ersten Treffer auf die Bretter gehen würde zeigt, dass Männer im Boxkampf viel mehr einstecken müssen als Frauen. Genau genommen braucht man, um einen Mann auszuknocken, ein Vielfaches an Schlägen, und die noch mit einer viel höheren Schlagkraft, als bei einer Frau.

Das heißt, dass von Männern viel mehr Zähigkeit gefordert ist, was das Aushalten von Schlägen betrifft. Und diese Zähigkeit haben Männer auch, während Frauen naturgemäß nicht so belastbar sind. Eine Frau, der man so viele Boxschläge verpassen würde, wie einem Mann, bis dieser auf die Bretter geht, würde viel länger zur Erholung benötigen, wenn sie diese Gewalt überhaupt überleben würde. Aus diesem Grund finden Profikämpfe sinnvoller Weise auch nach Geschlechtern getrennt statt.

Natürlich weiß unser Boxer so etwas, wenn er nicht wirklich extrem dumm ist. Wahrscheinlich wollte er sich mit seiner kleinen frauenlobenden Bemerkung vom negativen Macho-Image des männlichen Boxers loslösen und zeigen, dass auch ein Boxer das Zeug zum Gentleman hat.

Wenn man das Interview genau liest, geht aus dem, was die Boxerin sagt eigentlich hervor, dass Männer zäher sind als Frauen – also das genaue Gegenteil von dem, was der Titel des Artikels aussagt! Dennoch wäre eine Überschrift wie „Männer sind zäher als Frauen“ ein absoluter Fehlgriff gewesen, denn sie hätte jede Menge emanzipierte Leser und Leserinnen verärgert und der Zeitung den negativen Ruf des Chauvinismus bzw. der Frauenfeindlichkeit eingehandelt.

Solche feministisch motivierten Falschaussagen geistern nicht selten durch die Medien, denn sie erfüllen gleichzeitig das Bestreben nach politischer Korrektheit und sind reißerisch genug um Leser anzulocken. Letztendlich aber führen sie auch sehr erfolgreich zu Vorurteilen und fehlerhaften Meinungstrends. Auf diese Weise kommt es wirklich dazu, dass Menschen genau das Gegenteil von dem glauben, was wirklich den Tatsachen entspricht.

 

 

Anzeige